Popularmusikalisches
Erbe, kulturelles Gedächtnis und kulturelle Identität. Lokale Popmusikgeschichte
und ihre Bedeutung für HörerInnen und die Musikindustrie (POPID)
Projekt im Rahmen des HERA-Programmes
“Cultural Dynamics: Inheritance and Identity” (Humanities in the
European Research Area) in Kooperation mit Susanne Janssen (University of Rotterdam),
Sarah Cohen (University of Liverpool) und Peter Stankovic (University of Ljubljana).
Projektleitung (Österreich): Alfred Smudits
Bearbeitung: Thomas Herscht, Rainer Prokop
Projektdauer: Juni 2010 – Juni 2013
The Popular Music Heritage, Cultural Memory and Cultural Identity (POPID) project
is financially supported by the HERA Joint Research Programme (www.heranet.info)
which is co-funded by AHRC, AKA, DASTI, ETF, FNR, FWF, HAZU, IRCHSS, MHEST,
NWO, RANNIS, RCN, VR and The European Community FP7 2007-2013, under the Socio-economic
Sciences and Humanities programme.
Das POPID-Projekt widmet sich der Bedeutung von Popularmusik bei der
Ausbildung kultureller Identitäten und eines lokalen bzw. nationalen Kulturerbes.
Ziel des Projektes ist es einerseits zu prüfen, welche Rolle lokaler Popularmusik
bei der Aushandlung kultureller Identitäten in lokalen, nationalen und
europäischen Kontexten zukommt. Andererseits soll die Frage geklärt
werden, inwieweit die europäische Musikindustrie in der Lage ist, diese
Verbindung der Hörerinnen und Hörer zum jeweiligen lokalen popularmusikalischen
Erbe in einer Weise zu bedienen, die für das Publikum bedeutungsvoll ist.
Bisher gab es in einem europäischen bzw. internationalen Kontext noch keine
Untersuchungen zu den Zusammenhängen von kulturellem Gedächtnis, Popmusikgeschichte
und Lokalität. Der Großteil der wissenschaftlichen Literatur befasst
sich mit Fragen der Darbietung von Popularmusik. Die Bedeutung des ortsbezogenen
popularmusikalischen Erbes im Prozess der Aushandlung kultureller Identitäten
durch die Hörerinnen und Hörer wurde eher vernachlässigt. Was
ebenso aussteht, ist die Untersuchung der Frage, wie diese Artikulationen in
den Geschäftspraktiken der globalen Popmusikindustrie reartikuliert werden.
Das Projekt wird versuchen, diese Leerstelle zu schließen, indem es die
Unterschiede im Verständnis von popularmusikalischem Erbe sowohl unter
den Hörerinnen und Hörern als auch in der Industrie untersucht.
Die Untersuchungen werden an 19 Plätzen in vier europäischen Ländern
durchgeführt:
• Österreich (Wien, Linz, Graz, Tirol und Kärnten)
• England (London, Liverpool, Manchester, Leeds und Sheffield)
• Niederlande (Amsterdam, Den Haag, Rotterdam, Achterhoek/Liemers und
Limburg)
• Slowenien (Ljubljana, Maribor, Koper und Murska Sobota)
Die vier Staaten, die an diesem Projekt beteiligt sind, bieten sowohl in kultureller
als auch in geographischer Hinsicht sehr unterschiedliche Untersuchungsszenarien.
Die fünf für die österreichische Fallstudie ausgewählten
Städte bzw. Bundesländer repräsentieren sowohl Regionen, die
bereits wichtige Beiträge zur nationalen und globalen Musikwirtschaft geleistet
haben, als auch Gebiete, die kaum ein lokales popmusikalisches Erbe aufweisen.
Die Feldarbeit umfasst Interviews mit Industrievertretern und Archivaren, Fokusgruppen
und Tiefeninterviews mit Hörerinnen und Hörern an den verschiedenen
Orten. Um einen systematischen Vergleich innerhalb und zwischen den beteiligten
Staaten zu ermöglichen, wird ein mehrsprachiger Leitfaden mit den zentralen
Forschungsfragen erstellt, der in allen Interviews und Gruppendiskussionen zur
Anwendung kommt.
Dynamiken von Crossover-Moden.
Eine feldtheoretische Untersuchung des Balkanmusik-Booms in Österreich
Auftraggeber: FWF
(Fonds zur Förderung der Wissenschaft und Forschung)
Projektleitung: Andreas Gebesmair
Bearbeitung: Regina Sperlich, Anja Brunner, Silvija Rapa
Projektdauer: September 2008 – Dezember 2010
Seit der Jahrtausendwende verbreitet sich in Westeuropa eine neue musikalische
Mode: Balkanmusik. Der Komponist Goran Bregovic, die Blasmusikkapelle Fanfare
Ciocarlia, DJ Shantel & the Bukovina Club wie auch Fatima Spar and the Freedom
Fries erfreuen sich bei westeuropäischen HörerInnen und KritikerInnen
der Presse enormer Beliebtheit. Balkanmusik wurde bereits in den 1970ern und
1980ern von so genannten Gastarbeitern in die städtischen Zentren vor allem
Deutschlands und Österreichs gebracht. Aber erst am Ende des Jahrhunderts
wurde sie in einem größeren Rahmen unter der deutschsprachigen Mehrheit
dieser Länder vermarktet. Gibt es eine Erklärung für den Crossover-Erfolg
der Balkanmusik beim urbanen Publikum zu diesem Zeitpunkt? Mehr…
Embedded Industries. Cultural Entrepreneurs in different Immigrant Communities
of Vienna
Auftraggeber: WWTF
(Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds)
Projektleitung: Andreas Gebesmair
Bearbeitung: Michael Parzer, Silvija Rapa
Kooperationspartner: Institut
für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie (Universität für
Musik und darstellende Kunst Wien)
Institut
für europäische Ethnologie (Universität Wien)
Projektdauer: Jänner 2007 bis März 2009
Die Kultur der Migrantinnen und Migranten erfreut sich auch jenseits der Einwanderergemeinschaften
zunehmender Beliebtheit. Die „Bollynights“-Clubbings, das Kulturfestival
„Salam Orient“ oder die chinesischen Neujahrskonzerte im Goldenen
Saal des Wiener Musikvereins sind nur ein paar Beispiele migrantischer Kultur,
die aus dem Wiener Kulturleben nicht mehr wegzudenken sind. Sie bilden aber
nur einen kleinen Teil jenes kulturellen Unternehmertums, das mit der globalen
Migration in die urbanen Zentren Europas gelangte.
Die Vielfalt migrantischer Kreativwirtschaft in Wien sichtbar zu machen, war
das Hauptanliegen des im Mai 2009 abgeschlossenen Projektes „Embedded
Industries. Cultural Entrepreneurs in Different Immigrant Communities of Vienna“.
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